Elektroschocker Kondensator

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Hansdernagler
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Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Hansdernagler » Mo 20. Mai 2019, 17:50

Hallo.
Ich habe gedacht ich baue in meine puch maxi einen kondensator von einem elektroshocker in der hoffnung dass er in den etwas höheren drehzahlen schöner und stärker zündet. In den hohen drehzahlen hat der kondensator ja immer weniger zeit sich aufzuladen da der unterbrecher anfängt zu springen. Die elektroshocker kondensatoren machen ziemlich lange funken in einer relativ hohen frequenz. Bringt das etwas oder röstet es ihn nach kurzer zeit?

hanfpeter
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von hanfpeter » Di 21. Mai 2019, 04:56

Grüezi
Also wenn der unterbrecher anfänht zu springen, weil die Drehzahlen zu hoch sind dann nützt auch ein anderer kondensator nichts. Ich denke die kondensatoren sind nichtmal so ein problem. Wenn keine drehzahl mehr kam, dan lag es bei mir bis jetzt eigentlich immer am unterbrecher (guter kondensator ist vorausgesetzt).. Bis 9k sollte sicher kein problem sein. Ich konnte meist bis ca 11k. Gibt anscheinend aber auch welche die bis 12k drehen konten.

Kann ein Elektroschocker Theoretisch überhaupt 10000 mal in der minute zünden? Elektrik ist nicht meines und kenne mich garnicht damit aus, aber wie wird die Frequenz in so einem teil überhaupt "festgelegt"?
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von addy33 » Di 21. Mai 2019, 06:05

Das liegt wohl eher an zündeinstellungen...

Es gibt verstärkte kondenser, die dem problem entgegenwirken können... habe aber noch nie einen verbaut. Ich schaue meisst, dass ich nicht allzulange mit hohen drehzahlen fahre...

Ich meine... mit 10k fährt man 60kmh.... um die hündung zu schonen einfach nur 50-55 fahren über längere zeiträume... dann passt das...

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von gluglu81 » Di 21. Mai 2019, 11:53

hä... verstärkte Kondensatoren(?) sollen bitte was entgegenwirken? :spinner

Das Tau bleibt gleich, egal was für einen Kondensator ihr verwendet. Wichtig ist das die Kapazität ausreichend ist und vorallem die Spannungs- bzw. Isolationsfestigkeit gegeben ist.

Der Funke bzw. die Ladungsenergie wird sich mit einem anderen Kondensator nicht ändern.
Aber was es gibt, sind stärkere Unterbrecherfedern, die natürlich Einfluss haben in den hohen Drehzahlen, da mehr Federkraft eine bessere Schliessung des Unterbrechers bewirkt.

...schlussendlich alles mumpitz... entweder es läuft und man gibt sich damit zufrieden, oder man rüstet auf kontaktlose Zündung um.
Vom Zündmodul (Stihl, VEC, Zündchipzeugs anstelle des UB und Kondensators...) rate ich jedoch ab.
Entweder ne richtige Zündung oder so sein lassen.

Abgesehen davon... die wenigsten sind in der Lage von einer guten Zündung auch das abzuverlangen dass sie könnte.
Ausser von einem besseren Startverhalten merken die wenigsten einen Unterschied.
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Hansdernagler
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Hansdernagler » Di 21. Mai 2019, 12:33

Wenn ich einen kondensator mit einer hohen frequenz verbaue zündet er pro zündung häufiger. Zündprobleme hatte ich keine aber er würde wenn es funktioniert hoffentlich schöner zünden

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von gluglu81 » Di 21. Mai 2019, 12:57

deine Zündung zündet sowieso nur einmal pro Umdrehung...
Die Frequenz ist also = Drehzahl, unabhängig vom Kondensator.

Ein Kondensator ist immer nur mit maximaler Spannung und Kapazität spezifiziert.
Ein grösserer Kondensator mit mehr Kapazität und/oder mehr Spannungsfestigkeit bring jedoch nicht mehr Spannung oder Leistung bzw. folglich auch nicht mehr Zündfunken.

Der schwächere Zündfunken resultiert aus der kleineren Schliesszeit des UB bei hoher Drehzahl welche die Ladespannung bzw. Ladezeit des Kondensators limitiert.


Deshalb gibt es Zündungen mit externer Zündspule, weil da die Spannung über das Spulenverhältniss vervielfacht wird und in einem durchs Band stärkeren Funken resultiert. Doch auch dort ist das Ganze durch die mechansiche Trägheit des UB limitiert.
Dem kannst du nur mit einer stärkeren Feder des UB entgegenwirken.
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Qsi » Di 21. Mai 2019, 13:14

Ich will jetzt nicht auf eine konkrete Frage oder Aussage eingehen, aber dieser Thread hat mich zum Googeln verleitet und da habe ich 2 sehr interessante Dokumente gefunden. Da hat sich einer mal richtig mit der Sache befasst, ich finde die PDFs sind absolut lesenswert.

Infos und Messungen zum Kondensator:
https://pic.mz-forum.com/lothar/ELEKTRI ... nsator.pdf

Infos, Simulationen und Messungen zur Unterbrechezündung generell:
https://pic.mz-forum.com/lothar/ELEKTRIK/U-Z.pdf

Hansdernagler
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Hansdernagler » Di 21. Mai 2019, 19:32

Laut des pdf erreiche ich bei voller drehzahl nur noch etwas weniger als 50% kapazität. Wenn der kondensator aber wenig kapazität hat erzeugt er schneller einen funken. Weniger kapapzität bedeutet dass er weniger lang aufgeladen werden muss und er so in höheren drehzahlen schönere funken liefert.

@gluglu ich weiss dass es nur einmal pro umdrehung zündet. Aber wenn der unterbrecher offen ist würde es mehrmals funken(so meinte ich das)(das geht aber nicht weil er dann nicht geladen wird(denkfehler von mir))

@addy wenn das mofa 10k dreht fährt man auch nicht mit 13er ritzel. Da tut ja in den ohren weh der motor bei 60kmh so schreien zu hören.

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Christiank. » Di 21. Mai 2019, 19:40

Doch, tut man, mach ich zb, und ich fahr noch nen Tick mehr.
Puch Maxi S -> Miststück.
Puch Supermaxi LG1 -> 30-35kmh
Hercules 624 nr. 1 -> waiting
Hecules 624 nr. 2 -> Rahmenbruch
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von addy33 » Mi 22. Mai 2019, 11:40

Dann hast du auch keine probleme... bis 9k ist die ori zündung perfekt... bei mehr beginnen sie zu spinnen...

Mit anderen kondensatoren oder was auch immer kannst du d keine leistung rausholen.... n polrad mit nicht alten magneten, oder ne stärkete zündspule würde was erreichen... aber der kondenser kann ja njr verarbeiten was kommt... oder ;)

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Hansdernagler » Mi 22. Mai 2019, 11:51

Wenn er aber weniger braucht bis es einen funken gibt so braucht es weniger zeit ihn aufzuladen.

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von gluglu81 » Mi 22. Mai 2019, 12:50

Nein... ein Elektronikgrundkurs würde dir zum besseren Verständniss helfen.
Dein Ansatz ist komplett falsch.


solange der UB geschlossen ist, wird die Zündspule bzw. eben der induzierte Strom bzw eben der "Funken" auf Masse abgeleitet.
Kurz vor OT öffnet nun der UB und der induzierte Strom wird über das Zündkabel an die Kerze geleitet.
Laut meinem Verständniss dient der Kondensator lediglich als Funkenlöscher für den UB um den Kontaktabbrand zu vermindern.


Vielleicht unterliegt hier auch ein anders Verständnissproblem?
Wenn es dir nicht um den Zündfunken, sondern um die Funkenbildung am UB geht...?


Hi wiä här... lies mal ein Buch über Zündungen, oder Google mal ein bisschen nach der Funktionsweise derselbigen.
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Hansdernagler » Mi 22. Mai 2019, 17:29

Die Hochspannungskondensatorzündung (HKZ), auch als Thyristorzündung oder englisch Capacitor Discharging Ignition (CDI) bezeichnet, verwendet einen Kondensator, der auf eine Gleichungspannung von ca. 500 V aufgeladen und bei Zündung schlagartig über den Zündtransformator zu den Zündkerzen entladen wird. Quelle Wikipedia

Je höher die drehzahl desto schneller muss der kondensator geladen werden. Wenn kch einen kondensator einbau der lange braucht bis er einen funken erzeugen mag dann funktioniert der bei höheren drehzahlen relativ schlecht. Wenn ich aber einen einbaue der schnell geladen ist kann ich ihn auch in höheren drehzahlen fahren. Wenn der unterbrecher anfängt zu springen dann hat der kondensator noch weniger zeit sich aufzuladen deshalb würde es doch sinn ergeben "kleinere" kondensatoren einzubauen welche relativ schnell aufgeladen werden.

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Bikeman » Mi 22. Mai 2019, 17:47

Du hast aber keine CDI :roll:

google nach Magnetzündung. Da dient der Kondensator nicht dazu einen Funken zu erzeugen, sondern dazu Funken zu verhindern.

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Altes Eisen » Mi 22. Mai 2019, 23:49

Backflash.....
Mofa, back to the Roots!

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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von gluglu81 » Do 23. Mai 2019, 12:55

:facepalm: also langsam geb ichs auf...

ein Kondensator "funkt" nicht... er speichert energie und gibt diese ab... und wenn diese Energie blitzartig entladen wird (Kurzschluss) dann funkt es erst.
Egal ob der Kondensator nur halb oder ganz geladen ist.

Bitte befasse dich ein bisschen mit dem nötigen Grundkenntnissen bevor du weitere Theorien aufstellst.
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Re: Elektroschocker Kondensator

Beitrag von Wawuschell » Di 28. Mai 2019, 14:28

Kleine Elektrorechnische unterweisung sorry..

Im Wesentlichen besteht die Zündanlage ja folgenden Bauteilen:


Der Kondensator

Der Kondensator hat die Aufgabe, den beim Unterbrechen des Primärstromkreises entstehenden Abreisfunken zu unterdrücken und somit die Lebensdauer der Unterbrecherkontakte zu erhöhen.



Die Zündkabel, Zündkerzen
Die Zündkabel sind Spezialkabel, die in der Lage sind, Spannungen von mehreren 1000 Volt zu den einzelnen Zündkerzen bzw. zwischen Verteiler und Zündspule (Kabel 4) zu leiten.
Die Zündkerzen, zwischen deren Elektroden der Zündfunke im Brennraum das Kraftstoff-Luft- Gemisch entzündet, sind im Zylinderkopf eingeschraubt.


Die Zündkontakte
Zündkontakte Die Zündkontakte haben die Aufgabe den Primärstromkreis der Zündspule aufzubauen, bzw. im richtigen Augenblick zu unterbrechen. Dies geschieht mittels unterbrecher.


Die Zündspule
Sie besteht aus einer dicken Primärwicklung und aus einer dünnen feinen Sekundärwicklung. Diese sind um einen laminierten Eisenkern gewickelt. Sie hat die Aufgabe, die niedrige eingangs
Spannung von in der Regel 5-16 Volt, auf mehrere 1000 Volt zu transformieren, damit ein kräftiger Zündfunke zwischen den Elektroden an den Zündkerzen entsteht.

Folglich besteht eine wie obengenannt eine Capacitor Discharging Ignition (CDI) auch als Thyristorzündung bekannt oder als Elektronische Zündung der Unterbrecher durch ein Thyristor ersetzt.


Nun dein Elektroschocker kann natürlich mit dem Nötigen wissen schon missbraucht werden... aber ich denke dies würde ich dir nicht empfehlen.
Da Gleichspannungen bereits ab 120V lebensgefährlich sein kann kann ich dir das nicht so empfelen.. den ein Elektroschocker hat zwischen 50.000 Volt bis zu 1.800.000 Volt.

Such doch mal im Wiki nach Zündspule

Greez
Wawuschell

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